Bürger- und Anliegerversammlungen

Die Einwohnerfragestunde reicht für Bürgerinnen und Bürger nicht mehr aus, die Beratungen in den Ausschüssen verlaufen in der Regel ohne sie. Den Ausschusssitzungen dürfen sie nur als stumme Zuhörer folgen. Sie bekommen zwar gelegentlich Rederecht, können aber nicht wirklich mitreden. Wir brauchen Bürger- oder Anliegerversammlungen – ob zu einem Thema oder spezifisch für die Ortsteile – sie machen die Schwellen für Mitwirkung und Mitentscheidung niedriger. Auch Arbeitsgruppen der Gemeindevertretung müssen Bürgerinnen und Bürgern offenstehen.

Straßenausbau und Anliegerbeiträge

Anlieger können jetzt mehr beim Straßenausbau mitentscheiden – auch beim Gehwegbau. Aber auch Anwohner müssen rechtzeitig informiert und gehört werden. Die von der Verwaltung bestimmten Ablösebeiträge dürfen zukünftig nicht mehr höher sein als die endgültige Umlage nach Fertigstellung.

Wohnungsbau und Sanierung

Wohnungsbau, der ausschließlich renditeorientiert ist, treibt die Preise. Dem kann man nur durch kommunalen oder genossenschaftlichen Wohnungsneubau und Sanierung des eigenen Bestandes begegnen. Für altengerechten Umbau von Wohnungen gibt es Fördermittel, hier kann die Gemeinde beraten und notfalls auch unterstützen. Da Glienicke wenig größere Flächen hat, sollte man mit den Nachbargemeinden reden, um die Kräfte zu bündeln und gemeinsam Ideen für einen sozialen Wohnungsbau zu entwickeln.

Verkehrs- und Lärmbelastung

Der Anstieg der Verkehrs- und Lärmbelastung muss begrenzt werden, das kann auch durch Tempo 30, Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs oder den Ausbau der Radwege erreicht werden. Wir haben dazu gute Vorschläge auf dem Tisch, manche lassen sich auch probeweise zeitnah umsetzen. Längerfristig brauchen wir ein überörtliches Verkehrskonzept, mit der Heidekrautbahn auf der Stammstrecke, vielleicht auch einen Kiezbus zusammen mit Schildow und bessere Verbindungen zur S-Bahn nach Frohnau, Hermsdorf und Schönfließ.

Kitagebühren

„Veranstaltungen und sonstige Aktivitäten“ in den Kindergärten und dem Hort müssen derzeit zusätzlich durch Eltern finanziert werden. Meist gehören sie jedoch zum pädagogischen Konzept. Dann sind sie aber Betriebskosten der Einrichtung und benötigen ein festes Budget. Die Essengeldberechnung muss nachvollziehbar und entsprechend dem Kita-Gesetz erfolgen. Vertrauen und Budgetverantwortung Mitwirken und Mitentscheiden gelingt durch eigene Budgets. Das betrifft sowohl den Bürgerhaushalt, als auch den Seniorenbeirat und die Elternvertreter in den Kitas. Den Jugendlichen geben wir mit einem Jugendparlament mehr Verantwortung und ein eigenes Budget für eigene Ideen. Nicht nur über Jugendliche, sondern mehr mit ihnen reden.

Verwaltung stärken

Die Verwaltung ist das Rückgrat der Gemeinde. Notwendige gegenseitige Vertretung verlangt regelmäßige Weiterbildung und Qualifizierungsmaßnahmen. Dies unterstützt die tägliche Arbeit und stärkt die Bürgernähe. Das erspart gleichzeitig externe Vergaben und unnötige Gutachter- oder Beratungskosten.

Naturparkregion

Die Nachbargemeinden Birkenwerder und Mühlenbecker Land sind wie Glienicke als Naturparkgemeinden ausgezeichnet worden. Wenn wir mit unseren Nachbarn zusammenarbeiten, können wir über die Gemeindegrenzen hinaus eine Naturparkregion gemeinsam erhalten, gestalten und weiterentwickeln.

Erinnerungen bewahren

Wir wollen, dass auch in unserem Ort die Geschichte zwischen 1945 und 1990 nicht nur auf Mauerbau und kommunistische Diktatur reduziert wird. An manches erinnert man sich gern, an anderes weniger. Es war aber trotz politischer Überfrachtung unser Leben, wir hatten Freunde und Freude miteinander, vieles gemeinsam geschaffen und erreicht. Wenn wir weiter uns alle einander mehr zuhören, verstehen wir uns am Ende auch immer besser.

Lassen Sie uns gemeinsam darüber reden.